King Kong Lives / Dokumentation

Prozessdokumentation Projekt Imagination von Danilo Wanner / HGK Basel 2010

#1 Konzept

Erster Schritt im Projekt Imagination war das Festlegen eines Filmtitels und das Verfassen eines Konzeptes für die Arbeit.

Die Idee: Ein digitales Gemälde von King Kong soll in einem stetigen Prozess, bestehend aus zahlreichen Überarbeitungen und Veränderungen, zum “Leben” erweckt werden. Das Bild wird nicht als statisches Endprodukt präsentiert, sondern als interaktive Webseite, welche die Entstehung und Veränderung des Bildes zeigt. Ebenfalls soll King Kong lediglich als Grundlage dienen für einen imaginativen Prozess, welcher freie Assoziationen zulässt. Das genaue Endprodukt, sowie der Prozess ist ungewiss.

Imagination als Prozess. Ein Prozess als Endprodukt.

Das Projekt: Teil des Projekts ist nicht alleine das Entwerfen und Imaginieren des Bildes, sondern ebenfalls das Finden einer geeigneten digitalen Präsentationsform.

Persönliche Motivation: Das Projekt lässt zum einen grossen Spielraum zu, kreative Ideen in Bildform festzuhalten. Zugleich schätze ich die Möglichkeit des Malens als neue Erfahrung und angenehmen Kontrast zur grafischen Gestaltung. Die Entscheidung zur digitalen Präsentationsform geht auf meine Erfahrung in diesem Bereich zurück.

#2 Recherche und Brainstorming

In einem zweiten Schritt sammelte ich Informationen und Inspiration zum Film King Kong.
King Kong und die weisse Frau King Kong vs Godzilla King Kong Lives (1933) King Kong (2005) King Kong (2005) Gorilla Gorilla

King Kong ist ein fiktiver Gorilla, der in mehreren Filmen die Hauptfigur darstellt. Er war das erste Monster, welches für den Film erfunden und nicht – wie Dracula oder Frankenstein – von Literaturvorlagen adaptiert wurde.

Der 1933 gedrehte Originalfilm von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack, King Kong und die weiße Frau, wurde ein Meilenstein der Filmgeschichte und läutete die Technik der Spezialeffekte ein. Seitdem entstanden zahlreiche Neuverfilmungen, Fortsetzungen, Adaptionen und sogar Parodien des Stoffs. 2005 erschien mit King Kong das jüngste Remake von Peter Jackson.

King Kong auf Wikipedia

Notizen

In der Recherche-Phase suchte ich nach Wegen, wie ein Zeichnungsprozess interaktiv erfahrbar gemacht werden kann. Die einfachste Möglichkeit eine Entstehung eines Gemäldes zu zeigen ist mittels Timelapse-Videos. Zahlreiche solche Videos existieren bereits.

Mir ist es wichtig, dass durch die Interaktion ein Mehrwert entsteht. Deshalb möchte ich nicht einfach ein Video des Prozesses erstellen, wo sich anschliessend die Interaktion auf das Drücken eines Play/Pause-Buttons beschränkt.

#3 Drawings

Im dritten Schritt begann ich Zeichnungen von King Kong zu erstellen, welche anschliessend für die interaktive Webseite verwendet werden sollen.
Eigene King Kong Zeichnung Eigene King Kong Zeichnung Eigene King Kong Zeichnung Eigene King Kong Zeichnung

Mit Hilfe eines Grafiktabletts begann ich mit dem Zeichnen von King Kong, was ich Schritt für Schritt dokumentierte. Diese Zeichnung beziehungsweise der Entstehungsprozess soll anschliessend interaktiv zugänglich gemacht werden. Wichtig ist mir das Offenlegen des Prozesses, welches anschliessend auch die Betrachtung spannend machen soll. Obwohl ich später von der Verfolgung der ursprünglichen Idee abkomme, greife ich das Offenlegen des Zeichungsprozesses in meiner letzten Webapplikation wieder auf.

#4 Flashtests

In zahlreichen Test in Flash probiere ich verschiedene Interaktionen aus.

In dieser Phase probiere ich zahlreiche Interaktionen aus, welche die Zeichnung Schritt für Schritt freilegen. Das Ziel ist es, dem Betrachter/Benutzer die Möglichkeit zu geben, das Entstehen des Bildes, den Entstehungsprozess eigenständig nachzuvollziehen.

In den Reveal-Entwürfen wird das King Kong Gemälde in verschiedenen Stadien der Entstehung maskiert und dort aufgemalt, wo der User zeichnet.

Eine zusätzliche Idee bezieht sich auf das Aufdecken des Innenlebens von King Kong als Puppe/Filmprop. In diesem Fall funktioniert das Maskieren in umgekehrter Reihenfolge: Die äusseren Schichten werden abgetragen und das Gerüst kommt zum Vorschein.

Skizze King Kong Innenleben
Eine Skizze des Innenlebens

Nebst den Reveal-Entwürfen, in welchen ich mich mit dem Aufdecken der Zeichnung befasse, entsteht noch eine Canvas-Serie. Der Canvas kann mit dem Mauszeiger beliebig bemalt werden.

Um die Zeichnung zu speichern, übersetze ich die Mausbewegungen beim Zeichnen in ein Datenformat. Dies erlaubt es, die Zeichnung wiederzugeben. In der Flashapplikation Canvas #2 werden alle Malbewegungen gespeichert und im Anschluss abgespielt.

Canvas #3 ist nochmals eine kleine Variation des zweiten Canvas-Entwurfs. Die gezeichneten Linien werden ebenfalls gespeichert aber anschliessend in Serie abgespielt. Es entsteht eine Art Stopmotion-Animation. Ausgehend von dieser Entwicklung verwerfe ich die ursprüngliche Reveal-Idee und versuche diese Stopmotion-Applikation in eine Webseite zu integrieren.

#5 Webapp Stopmotion

Aus dem Stopmotion-Test entwickle ich eine Internetseite, auf welcher die User Animationen zeichnen können.
Video 1 Video 2
Videos von Stopmotion-Tests

Dies ist die erste von insgesamt drei Webseiten. Auf der Seite können Besucher ausgehend von einer Vorlage eine Stopmotion-Animation zeichnen.

Diese Webapplikation ist eine Weiterentwicklung des Canvas-Entwurfs. Die gezeichneten Frames werden als Strichdaten in einer Datenbank gespeichert. Das Ergebnis setzt sich aus allen, von verschiedenen Benutzern gezeichneten Animationen zusammen. Auf meine Einladung hin haben sich viele meiner Mitstudenten beteiligt.

Jeder Besucher bekommt eine Vorlage, von welcher er ausgehend seine Animation zeichnen kann. Bei der Vorlage handelt es sich um einen Teil eines Portraits von King Kong. Dadurch lassen sich im Endergebnis vage Gesichtszüge von King Kong erkennen.

#6 Webapp Movie

Auf einer zweiten Webseite können die Besucher gemeinsam an der Umsetzung einer King Kong Filmszene mitzeichnen.
Auswahl der Szene Auswahl der Szene
Screenshots von der Entwicklung.

Ausgehend vom Resultat der ersten Webseite entwickelte ich ein neues Konzept für die Webapp #2. Bei der Stopmotion-App ist der Link zu King Kong zwar vorhanden, aber eher schwach. Da die Benutzer nur wenig Beschränkungen oder Instruktionen haben ist das Resulta relativ weit von der King Kong Vorlage entfernt. Deshalb versuche ich in der zweiten Webapp eine genauere Vorlage zu liefern.

Als Vorlage dient diesmal eine Szene aus dem Film, welche Bild für Bild zum Nachzeichnen dem User präsentiert wird. Die Frames werden dabei zufällig ausgewählt. Am Ende lässt sich eine handgezeichnete Animation der Filmszene abspielen. Je mehr User sich beteiligen, desto besser wird das Resultat.

Ein wichtiger Gedanke im Vorfeld betraf die Motivation der Besucher. Es handelt sich um einen relativ grossen Aufwand, jedes Einzelbild genügend gut umgesetzt zu haben. Darum ist es wichtig, dass die Besucher möglichst viel zeichnen und lange dran bleiben. Die Dauer der Szene habe ich auf 109 Frames festgelegt. Um das Zeichenerlebnis unterhaltsamer zu gestalten wird während dem Zeichnen enthüllt, was andere Besucher zuvor auf dem gleichen Bild nachgezeichnet haben. Dies gibt dem Zeichner das Gefühl, dass er mit seinem Beitrag etwas bewirkt und eine Reaktion auslöst. Zudem zeigt ein Balken den Fortschritt der Umsetzung an. Je mehr die Besucher zeichnen, desto mehr füllt sich der Balken.

Dem Besucher wird offen gelassen, was er nachzeichnet und wieviel. Einige Benutzer haben die Szene sogar durch eigene Elemente ergänzt, die sie auf zahlreichen Bildern dazugemalt haben, damit sie in der Animation sichtbar werden.

#7 Webapp Portrait

Eine letzte Webseite lädt die Besucher nochmals zum Zeichnen ein. Diesmal sollen sie eigene Portraits von King Kong erstellen.
Testen der Webapp Testen der Webapp Programmieren der Webapp Portrait
Screenshots von der Entwicklung.

Die letzte Webapp versucht noch ein letztes Mal die Energien der Menge anzuzapfen. Diesmal sollen die Besucher eigene Portraits von King Kong zeichnen. Ein Umriss des Kopfes mit markierter Position von Augen und Nase ist die Vorlage.

Zusätzlich zur digitalen Präsentationsform auf der Webseite habe ich diese Webapp und die Webapp Movie als Daumenkino gedruckt und gebunden. Das Daumenkino eignet sich als Präsentationsform besonders gut. Bei der Webapp Movie ermöglicht es das Betrachten der Bilder nicht nur in der Animation, sondern auch als Einzelbilder. Bei den Portraits lässt es umgekehrt zu, die unterschiedlichen Zeichnungen im schnellen Durchblättern zu verschmelzen.

Schliessen und zurück zur Dokumentation